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Stadtrundgang - Industriekultur in Chemnitz
Stadtrundgang - Jugendstil in Chemnitz
Die Markthalle wurde bis 1891 nach den Plänen des Stadtbaurats Eduard Hechler im Stil des Historismus, verziert mit Elementen aus Neoromanik, Neobarock und Neorenaissance erbaut. Das Gebäude zählt zu den schönsten Bauwerken seiner Art in Europa.
Die Brücke war die Zufahrt zu den im Kaßberg gelegenen Bierkellern. Vom Beginn des 16. Jh. bis 1778 wurden die Keller von Bürgern mit Brauberechtigung zur Reifung der „stark gehopften Lagerbiere“ genutzt.
Im Mittelalter war die 1470 erbaute Holzbrücke neben den vier Haupttoren der Stadtbefestigung ein weiterer Zugang zur Stadt. Im 14./15. Jh. war der Bereich ein wichtiger Wirtschaftsstandort mit Bleichen, Laugen- und Färbehäusern sowie Mühlen.
Der ältere Gebäudeteil wurde 1877-79 nach Plänen der Landesbaumeisters Nauck und Temper im italienischen Neorenaissancestil erbaut. Das Hauptgebäude an der Gerichtsstraße wurde im Krieg zerstört, an dieser Stelle entstand ein zeitgenössischer Neubau. Mitte des 20er Jahre entstand ein großzügiger Anbau im Sinne des neuen Bauens und Art-Deco-Einflüssen.
Das ehemalige Königliche Gymnasium wurde 1871/72 von Bezirksbaumeister Hugo Nauck erbaut. Ehemalige Schüler sind u.a. Stefan Heym und Stephan Hermlin.
Herrschaftliches Doppelwohnhaus von Lothar-Günther Buchheim - Autor des Romans „Das Boot“; dieser verbrachte seine Jugend auf dem Kaßberg und ist heute Ehrenbürger der Stadt.
1935/36 vom Architekten Otto Bartning erbaut. Besonders beeindruckend ist das Kircheninnere durch asketische Kargheit und orthogonale Formenklarheit.
Die Wohnanlage wurde1918/19 durch den genossenschaftlichen Zusammenschluss von Handwerkern und Architekten errichtet und gilt als wegweisend für großzügiges Bauen in den 1920er Jahren; überzeugende architektonische Leistung des Neuen Bauens mit expressionistischen Anklängen sowie Stilelementen des Art-Deco.
1909/10 im wilhelminischen Zeitgeist errichtet mit Anknüpfungen an die Kyffhäuser-Sage. Von hier aus können Sie einen kleinen Abstecher zur Gustav-Adolf-Straße (Nr. 21-25) machen, wo Sie die
„Märchenhäuser“ im Sinne des Jugendstils sehen können.
Stefan Heym (alias Helmut Flieg, 1913-2001) wohnte im Erdgeschoss dieses Haus von 1919 bis 1931. Das Gebäude wurde 1912 mit luxuriösen Wohnungen von 300 m² Fläche erbaut.
1929 durch den Architekten Max Feistel im Stil der Neuen Sachlichkeit für die Haubold AG errichtet. Damals waren die großzügigen Wohnungen streng funktional in einen Wirtschafts- und einen herrschaftlichen Wohnbereich gegliedert. Zu den Besonderheiten gehörten Fahrstuhl, Müllschlucker und Zentralheizung.
Die Reihenhausvilla wurde 1896/97 durch den Kaufmann Bretschneider und den Baumeister Fiedler in Anlehnung an den englischen Landhausstil errichtet. Das Gebäude wird seit 2002 durch die Galerie Oben genutzt, welche Chemnitzer Künstler wie Michael Morgner und Steffen Volmer vertritt.
1897/98 als frühe Jugendstilbauten vom Architekten und Bauunternehmer Reinhold Siebert errichtet. Die Bürgerhäuser gehören zu den markantesten Jugendstilbauten auf dem Kaßberg und sind ein Glanzstück städtischer Baukunst.
1889 von Paul Doederlein im Neorenaissancestil errichtet. Die Bauhaus-Künstlerin Marianne Brandt (1893-1983) lebte hier von 1954 bis 1976 in der ehemaligen Wohnung der Eltern. Heute befindet sich im Haus der Sitz der Geschäftsstelle der Marianne-Brandt-Gesellschaft.
Das Bauwerk wurde bis 1904 im Übergangsstil zwischen Gotik und Renaissance errichtet und stellt einen Glanzpunkt des Kaßberges mit Fassadenornamentik, kunstvollen Glasmosaiken, sächsischem und Chemnitzer Wappen sowie Sinnbildern von Post und Telegrafie da.
Die Jüdische Synagoge wurde 1897-1899 nach den Plänen von Wenzel Bürger errichtet und in der Progromnacht. 1988 wurde die vom Bildhauer Volker Beier geschaffene Gedenkstele am Standort des ehemaligen Gotteshauses enthüllt.
Das
Alte Rathaus wurde Ende des 15. Jh. erbaut und erfuhr mehrere Umgestaltungen. Besonderes Schmuckstück ist das Renaissanceportal mit den Halbfiguren von Judith und Lukretia am Turm des Rathauses. In diesem befindet sich außerdem ein figürliches Glockenspiel, welches die Geschichte der Stadt zeigt. Es kann täglich um 11.00 Uhr, 16.00 Uhr und 19.00 Uhr besichtigt werden.
Der
Hohe Turm hat seinen Ursprung im 12. Jh. Einst befestigter Wohnsitz des Stadtvogtes, gehört er seit dem 14. Jh. zum Alten Rathaus, 1986 erhielt er sein barockes Achteckgeschoss mit Haube und damit seinen Aussehen von 1746 zurück. Heute ist der Hohe Turm Wirkungsstätte des Türmers.
Das
Neue Rathaus, Anfang des 20. Jh. von Stadtbaurat Richard Möbius errichtet und 1911 eingeweiht, fügt sich harmonisch im Stil des Historismus und Jugendstil an das Alte Rathaus an. Ein 5 m hoher Roland und das Stadtwappen schmücken die Ecke zum Markt hin. Das Innere birgt eine aufwändige, farbenprächtige Jugendstil-Ausstattung. Ein besonderes Highlight ist das Wandgemälde mit dem für Chemnitz programmatischen Titel "Arbeit-Wohlstand-Schönheit" im Stadtverordnetensaal von Max Klinger (1918).
Die denkmalgeschützte Fassade des Jugendstilgebäudes wird heute von modernen Laternen des Chemnitzer Künstlers Steffen Volmer geschmückt.
Das viergeschossige Bürgerhaus mit reicher barocker Fassade aus dem 18. Jh. wurde nach dem Chemnitzer Kaufmann Johann Christoph Siegert benannt. Im 2. Weltkrieg wurde das Haus weitgehend zerstört; 1953/54 erfolgte der Wiederaufbau mit originaler Barockfassade.
Die dreischiffige Hallenkirche mit Dachreiter stammt aus dem 14.Jh. mit romanischer Vorgängerkirche. Herausragend sind der 1504 von Peter Breuer geschaffene Altar sowie der Maßwerkfries, der sich um den ganzen Chorraum zieht.
Der Wohn- und Einkaufsbereich Rosenhof ist in den 70er Jahren des 20. Jh. entstanden und stellt eine Reminiszenz an die Partnerstädte von Chemnitz dar, welche die erste Rosenbepflanzung der Stadt Chemnitz schenkten. Auch die auf dem Boden in Marktnähe dargestellte Windrose symbolisiert die friedliche Verbundenheit mit Menschen in allen Himmelsrichtungen. Die Rosenhofarkaden, welche der von der Berliner Architektin Gesine Weinmiller neu gestaltet, laden zum Bummeln und Ausruhen an einem der fröhlichen Brunnen ein.
1925/26 nach Plänen von Erich Basarke im neoklassizistischen Stil errichtet, dominiert der monumental angelegte Bau den Falkeplatz. Seine geschwungende Fassade spiegelt die Dynamik im Inneren und im Äußeren bildhaft wider. Das mittige Eingangsportal führt in einen aufwändig dekorierten Innenraum. Das Erdgeschoss ist mit einer Rustikaquaderung gefaßt, der feine figürliche Schmuck an der Hauptfassade stammt von Bruno Ziegler.
Der ehemalige Hauptsitz der Sparkasse Chemnitz, in den seit Dezember 2007 das Museum Gunzenhauser eingezogen ist, wurde in den Jahren 1928 bis 1930 von Stadtbaurat Fred Otto im Stil der Neuen Sachlichkeit erbaut und war eines der ersten Hochhäuser der Stadt. Bewusst verzichtete er auf alles Schmückende und verwendete für die Fassaden hellen, beigefarbenen Travertin, womit die ausgewogenen Proportionen und die klare Gliederung des Gebäudes am besten zur Wirkung kommen sollten. Ästhetisches Zentrum des Gebäudes ist die durch ein Glasdach belichtete ehemalige Kassenhalle. Beim Umbau zum Museum Gunzenhauser wurden die räumlichen Potenziale des bestehenden Gebäudes durch den Berliner Architekten Volker Staab optimal genutzt und bauliche Ergänzungen sensibel integriert.
Der Pfortensteg ist eine Holzbrücke über den Chemnitz-Fluss. Bereits 1470 stand hier der Klostermühlenwehrsteig, wo der Kappelbach in die Chemnitz fließt. 1357 erhielt die Stadt das Bleichmonopol, was wiederum Ausgangspunkt für die künftige industrielle Entwicklung war. Das Terrain rechts und links der Chemnitz war im 14./15.Jh. wichtiger Wirtschaftsstandort mit Bleichen, Walken, Wehren, Laugen- und Färbehäusern sowie Mühlen; Die "Pforte" war im Mittelalter neben den vier Haupttoren der Stadtbefestigung ein weiterer Zugang zur Stadt; heute befindet sich am dortigen Ufer der Chemnitz eine Parkanlage.
Die Bierbrücke wurde nach ihrer Funktion als Zufahrt zu den im Kaßberghang gelegenen Bierkellern benannt. Diese dienten vom Beginn des 16. Jh. bis 1778 als Keller denjenigen Bürgern mit Brauberechtigung zur Reifung der "stark gehopften Lagerbiere"; die Jahreszahl "1869" erinnert an das Entstehungsjahr der damals erstmals aus Stein gebauten Brücke. Die Gewölbegänge des Kaßberg können auch im Rahmen einer Führung besichtigt werden.
Erbaut nach Plänen des Stadtbaurates Eduard Hechler im Stil des Historismus, insbesondere mit Elementen des Neobarock, wie die prachtvoll geschmückte Kuppel, erinnert sie im Inneren mehr an sakrale Bauwerke als an einen Funktionsbau. Der Klinkerbau mit Stahlskelett wurde 1891 eröffnet und zählt sie zu den schönsten Bauwerken seiner Art in Europa und ist ein Anklang an sein berühmtes Vorbild - die Pariser Markthalle. Die Halle wurde 1994/95 liebevoll saniert.
Der große Platz zwischen Markthalle und BfA-Gebäude schließt eine breite Freitreppe zur Chemnitz hin ab. Sein Name erinnert an die Chemnitzer Familie Seeber - Vater Clemens, einen namhaften Fotografen und Sohn Guido, einen deutschen Filmpionier und den Begründer der Filmstadt Babelsberg.
Die Passage ist ein Bank- und Geschäftshaus mit sachlicher Klinkerverkleidung und teilüberdachtem marktplatzähnlichem Innenhof. Eine glasüberdachte farbenfrohe Ladenpassage führt vom Seeberplatz Richtung Fußgängerzone.
Das Konzept von Chefarchitekt Rudolf Weißer, im Herzen der Stadt eine moderne Mehrzweckhalle mit einem Hotelhochhaus zu errichten, begeisterte schon damals in seiner Architektur und Funktionalität. Heute fügt sich der 1974 eröffnete Stadthallenkomplex mit seinen beiden multifunktionalen Veranstaltungssälen sowie dem Mercure Hotel eindrucksvoll in das Stadtbild ein und erweist sich im Kulturleben tagtäglich. Im Jahre 2004 setzte der Chemnitzer Formgestalter Prof. Clauss Dietel mit einem überarbeiteten Farb- und Lichtkonzept neue Akzente im Foyer des Hauses. Eingebettet ist das gesamte Areal in den Stadthallenpark samt Springbrunnen .
Das Meisterwerk des "Neuen Bauens" ist ein Entwurf des Stadtbaurates Fred Otto und huldigt in seiner Gesamterscheinung dem Bauhausgedanken außen wie auch innen; galt zur Entstehungszeit (1928-35) als "schönstes und größtes Hallenbad Europas" und ist auch heute noch ein Blickfang.
Auf dem früheren Stadtanger entstanden, wird
der schönste Platz von Chemnitz von einem bedeutsamen architektonischen Ensemble umrahmt und straßenseitig von einem modernen Theatron abgeschlossen:
Kunstsammlungen Chemnitz: Das von Stadtbaurat
Richard Möbius entworfene Gebäude, wurde 1909 eröffnet.1995 erfolgte die Sanierung, so dass das Gebäude bautechnisch und ästhetisch heutigen Höchstforderungen zeitgemäßer Kunstpräsentation gerecht wird. Es beherbergt über 80.000 Exponate, u. a. die deutschlandweit zweitgrößte Sammlung von Gemälden und Grafi ken Karl Schmidt-Rottluffs, der sich selbst nach seinem Geburtsort, dem Chemnitzer Stadtteil Rottluff benannte und Mitglied der Künstlergruppe "Brücke" war. Hinzu kommen die überregional überaus beachteten Wechselausstellungen der letzten Zeit wie "Picasso et les femmes" oder "Bob Dylan: The Drawn Blank Series".
Opernhaus: 1906 - 09 ebenfalls nach Plänen von
Möbius in neobarocken Formen geschaffen, dominiert
den Theaterplatz mit Kuppelbau und darüber emporragendem Bühnenhaus. In historisch nachempfundener
äußerer Hülle entstand nach der Rekonstruktion 1992
ein "am Zeitgeist ausgerichtetes Operntheater" mit
modernster Ton- und Bühnentechnik. Der bereits aus
den Zwanziger Jahren stammende und heute wieder
erneuerte Ruf von Chemnitz als "Sächsisches Bayreuth" wurde hier begründet.
St. Petrikirche: Die Kirche wurde 1885 - 88 nach Entwürfen des Leipziger Architekten Hans Enger errichtet.
Besonders ist die Orgel der Kirche: eine 1888 von der
Dresdner Firma Jehmlich eingebaute Ladegast-Orgel.
Hotel "Chemnitzer Hof": 1930 von dem Berliner Architekten
Heinrich Straumer im Stil des Neuen Bauens
Geschaffen.
Der 7,10 m hohe Bronzekopf des Philosophen Karl Marx wurde 1971 vom sowjetischen Bildhauer Lew Kerbel geschaffen. Dahinter befindet sich die monumentale viersprachige Schrifttafel von Volker Beier und Heinz Schumann mit dem Satz "Proletarier aller Länder, vereinigt euch" aus dem Kommunistischen Manifest.
1929/30 wurde das Kaufhaus nach Entwürfen von Erich Mendelsohn, einem der namhaftesten Architekten des 20.Jh., errichtet. Besonders an dem siebengeschossiger Stahlbetonskelettbau ist die konvex gekrümmte, dem ehemaligen Straßenverlauf der Brü-ckenstraße folgenden Betonvorhangfassade sowie der horizontal gegliederter Etagenbau mit stufenartig zurückgesetztem Dachgeschoß. Hier soll in Kürze das "Haus der Archäologie" entstehen, das ein Landesmuseum für Frühgeschichte beherbergt.
1912 als Warenhaus für die Großkaufleute H. u. C. Tietz vom Architekten Wilhelm Kreis aus Düsseldorf errichtet, wurde es 1913 eröffnet. Im März 1945 erlitt das Haus schwere Kriegsschäden. Nach dem Krieg zog hier wieder ein Warenhaus ein, bevor nach der Wende der Kaufhof-Konzern das Gebäude übernahm. 2004 wurde das Gebäude als kommunales "Kulturkaufhaus DAStietz" mit Stadtbibliothek, Volkshochschule, Neuer Sächsischer Galerie und dem Naturkundemuseum mit dem berühmten Versteinerten Wald eröffnet.
Der Rote Turm ist das älteste Wahrzeichen der Stadt; im 12. Jh. erbaut, war er später Teil der Stadtbefestigung und wurde auch als Gerichtssitz und Verlies genutzt.
Das Einkaufszentrum am Roten Turm verdankt seine stolze Terracotta-Fassade dem Traditionalisten unter den europäischen Architekten: Hans Kollhoff. Mehr als 100.000 Ziegel sind filigran verarbeitet, zahlreiche Fensterbänder mit vielen hundert Einzelfenstern in die helle Fassadenfront eingebettet. Die Geschäfte im Erdgeschoß sind passagenförmig angelegt und führen von vier Seiten des Gebäudes auf die Mitte. Dieses radialförmige Forum bildet eine Art Marktplatz, ist Treffpunkt und Verbindung für die darunter- und darüberliegenden Etagen. Fertig gestellt wurde das Gebäude 2000.
2001 eröffneter, fünfstöckiger Warenhausneubau mit beeindruckender Glasfassade. Architekt ist der Deutsch-Amerikaner Helmut Jahn.
Die durch das Baumaterial gegebene Transparenz des Gebäudes macht dessen Innenaktivität auch außen erlebbar. Die Kombination aus Glas und Stahlkonstruktionen verleihen dem Kaufhaus eine futuristische Optik.
Am Ufer der Chemnitz und auf dem Weg zum Schlossteich gelegen, erstrahlt die ehemalige Strumpfwirkerei von 1894 inzwischen im neuen Glanz. Die Hauptfassade des fünfgeschossigen Fabrikgebäudes an wurde dekorativ mit Verblendklinker akzentuiert. Im Dach- und Giebelbereich integrierte man moderne Elemente aus Glas und Stahlbeton. Heutzutage sind hier Geschäfte, Büroräume und exklusive Loft-Wohnungen untergebracht, ebenso das Restaurant "Janssen", auf dessen Terrasse es sich wunderbar entspannen lässt.
Das traditionsreiche Mühlengelände beherbergte ab 1798 eine der ersten Maschinenspinnereien der Region von Wöhler & Lange. 1834 folgten der Maschinenbaupionier Carl Gottlieb Haubold und 1852 der Webstuhlfabrikant Louis Ferdinand Schönherr. In dem nunmehr restaurierten Komplex an der ist noch immer industrieller Fleiß zu Hause. Eine Gießerei, verschiedene Maschinenbaufirmen und Büros sowie zahlreiche Ateliers und Geschäfte, eine Wellnesslandschaft, ein Theater und gastronomische Einrichtungen, wie das Szenecafé "Ankh", machen das ganz besondere Flair der "Kulturfabrik Schönherr" aus.
Bis 1870 belieferte die Chemnitzer Firma Moritz Samuel Esche von Limbach aus weltweite Abnehmer mit Strumpfwaren. Unstrittig avancierte die Familie Esche damit zur größten Strumpffabrikation in Deutschland. Um den wirtschaftlichen Anforderungen Stand zu halten erfolgte die Verlegung der Fabrik nach Chemnitz. Der viergeschossige historistische Fabrikbau in der Goethestraße 5 hat eine mit Turmaufbau versehene, aufwendig gestaltete Fassade mit gelbem Klinkerdekor. Ein moderner, funktionaler Anbau führt heutzutage verschiedene medizinische Einrichtungen unter einem Dach zusammen.
Entlang der Zwickauer Straße erstrecken sich zwei für Chemnitz beispielhafte Industrieanlagen. Die ehemaligen Gießereihallen wurden um 1899 und 1907 erbaut. Nach 1954 zog hier die VEB Gießerei Rudolf Harlaß ein. Seit 2003 verbirgt sich hinter der markanten Rundbogen-Fassade der größeren Halle das Sächsische Industriemuseum Chemnitz. Auf einer Gesamtfläche von 25.000 m² lagern zahlreiche Schätze aus 200 Jahren sächsischer Industriegeschichte, die auf einer 4.500 m² großen Ausstellungsfläche und in thematischen Sonderaktionen sowie einer Dauerausstellung präsentiert werden.
Das geschichtsträchtige Areal um die ehemalige Eisengießerei befindet sich an der Ecke Zwickauer Straße/Ulmenstraße, direkt gegenüber dem Industriemuseum. Der expressionistische Architekt Hans Poelzig verwendete bei der Fassadengestaltung Naturbruchstein und fügte das Gebäude somit harmonisch in seine Umgebung ein. Infolge eines 1927 verhängten Baustops wurde nur ein Teil der ursprünglichen Planung ausgeführt, das Industriedenkmal blieb unvollendet und wird nun seit 2007 revitalisiert. Unter dem Motto "Kreative Ideen für bedeutende Industriearchitektur". beinhaltet das Konzept der Poelzig Bau Projekt GmbH die Ansiedlung von jungen, innovativen Unternehmen, exklusives und ausgefallenes Wohnen sowie Service und Versorgung. Das Areal als ein Ort der Kommunikation soll mit einer hohen Wohnqualität und Leistungsfähigkeit sowie durch den Einsatz von Solarenergie überzeugen.
"Nichts wird in Zukunft so aktuell sein wie die Vergangenheit" schrieb der Poelzig-Bewunderer Hans Kollhoff, der mit der Galerie Roter Turm selbst einen Chemnitzer Palast der Neuzeit geschaffen hat.
Mit der durch das Unternehmen Winklhofer & Jaenicke vorangetriebenen Übernahme der Produktionshallen im Stadtteil Schöna beginnt 1885 die Erfolgsgeschichte der Wanderer-Werke. Hier wurden zunächst Fahrräder und Nähmaschinen produziert, 1909 begann die erfolgreiche Produktion von Fahrzeugen und Flugzeugmotoren. Knapp 100 Jahre später, im Jahre 2003, erfährt das Gelände sowie die ehemalige Halle am Messeplatz 1 völlig neue Nutzungsmöglichkeiten; von einer Produktionsstätte hin zur multifunktionalen "Chemntiz-Arena" mit Sitz der Event- und Messegesellschaft Chemnitz mbH.
Das größte Fabrikgebäude der Stadt an der Zwickauer Straße 221 im Stadtteil Schönau wurde 1917 nach Entwürfen von Zapp & Basarke fertiggestellt. Die monumentale dreiflügelige Anlage besteht aus funktional konstruierten Gebäudeteilen, die durch mächtige Türme verbunden sind. In dem Stahlbetonskelettbau wurden unter anderem Fahrräder, Motorräder und Continental-Büromaschinen produziert sowie später durch die Firma VEB Robotron-Bürotechnik Dresden Computer hergestellt. Heute befindet sich im Gewerbehof Nord zum Beispiel die WS Werkzeuge-Service GmbH.
Der 1875 erbaute Gießereikomplex besteht aus einem markanten Klinkergebäude inklusive eines kleinen Turms, einem Unternehmerwohnhaus und einigen Nebeneinrichtungen. In den 1990er-Jahren war das Fabrikgelände an der Annaberger Straße 114 das Domizil des oben erwähnten Industriemuseums. Heute ist es ein Treffpunkt für zahlreiche Harley-Davidson-Fans.
In dem viergeschossigen Klinkerbau produzierte die Firma Sonnenschein seit 1898 feines Tafelgerät aus Metall und Metalllegierungen. In dem aufwendig restaurierten Industriegebäude in der Beckerstraße 15 (parallel zur Annaberger Straße) etablierte sich vor einigen Jahren das Restaurant Viva Mama Joes und der Club Del Sol. Der am Ufer der Chemnitz eigens errichtete Strand vermittelt eine wunderbare Atmosphäre und das Temperament Südamerikas.
In der Annaberger Straße 73 entstand 1927 als Firmenerweiterung die neue Schmiede mit einem Aufzugs- und Uhrturm des Architekten Erich Basarke. Dieser 63 Meter hohe Backsteinturm mit Uhr- und Glockenwerk, dekoriert mit Konsolen, Zinnenbekrönung und Turmspitze, wurde zum Wahrzeichen der Firma. Der Turmabschluss trägt Züge des art deco und des Expressionismus. Bis 1993 war der Wirkbau Produktionsstätte für Textilmaschinen. Nach einer aufwändigen Sanierung unter Gesichtspunkten des Denkmalschutzes wird der Bau seit 1996 als Gewerbepark genutzt.
Das zweite Gebäude des Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasiums wurde 1902-1904 als Königliches Finanzamt im Stil der Neorenaissance mit spätgotischen Schmuckformen erbaut. Das Gebäudeinnere wurde im gemäßigten Jugendstil ausgestattet.
Das Doppelwohnhaus wurde 1904 durch Hugo Duderstaedt für den Fabrikanten Carl Hermann Kabel, den Besitzer einer Dampf-Reinigungsanstalt und Färberei und den Kaufmann Oscar Hermann Arnold errichtet. Das hochherrschaftliche Haus erhielt ein prunkvolles Fassadendekor im Jugendstil.
Die Villa wurde 1911 nach den Plänen Alfred Kornfelds für Carl Hothorn erbaut. Dieser besaß eine Weberei, welche als erste gestrickte Tischdecken und Vorhänge herstellte. Das Gebäude wurde im Stil der Reformarchitektur mit Einflüssen des Jugendstils gestaltet. Ende der 1920er Jahre wurde die Villa vom Direktor des Warenhauses H.&C. Tietz, Hermann Fürstenheim gekauft. Er ließ das Gebäude nach Plänen von Erich Basarke umbauen, welcher den Jugendstil in der Fassade stark versachlichte.
Der Fabrikant Bruno Vieweg, welcher eine Strumpffabrik an der Zwickauer Straße besaß, ließ sich die Villa 1904/05 vom Architekten Alfred Zapp im einer Mischforma aus rustikalem Heimat- und Jugendstil errichten.
Das Schulzentrum wurde 1902/03 als "Höhere Mädchenschule" errichtet. Stadtbaurat Richard Möbius passte, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, jede Schule an die Besonderheiten des Standortes an. Die Form- und Schmuckelemente des Gebäudes wurden im Stile Neorenaissance mit Jugendstilanklängen geschaffen.
Die Majolikahäuser wurden als frühe Jugendstilbauten vom Architekten und Bauunternehmen Reinhold Siebert 1897/98 erbaut. Die farbige Keramikgestaltung verlieh der Häusergruppe ihren Namen. Insbesondere die farbenfrohe Gestaltung der Fassade deutet auf den Jugendstil hin.
Das Haus wurde 1903/04 durch Karl Spitzner als Kontrapunkt zum renaissanceartigen, burghaften Turm auf der gegenüberliegenden Seite erbaut. Die gelbe Klinkerfassade des 10 m hohen Turmes mit floral-abstrakten Jugendstilelementen wird durch Erkerrisalite gegliedert.
Das Haus, in welchem der Schriftsteller Stefan Heym von 1919 bis 1931 lebte, ist vom Architekturstil am Übergang zwischen Jugendstil und Neuer Sachlichkeit einzuordnen. Erbaut wurde das Gebäude 1910.
Mit dem fantasievollen Fensterschmuck sowie den durch Tür- und Fensteröffnungen bestimmenden Kuvaturen gehören diese Häuser zu den interessantesten Ausprägungen des Jugendstils auf dem Kaßberg. Die Häuser wurde 1901-03 erbaut.
Entwurf und Bau der Villa Esche (1902/03) wurden von Chemnitzer Textilunternehmer Herbert Eugen Esche in Auftrag gegeben und waren Henry van de Veldes erstes architektonisches Auftragswerk in Deutschland. Die geradlinige und funktionale Gestaltung dokumentiert seine rationale Auffassung des Jugendstils. Der Entwurf van de Veldes umfasste alle Bereiche des Wohnumfeldes der Familie: von Fassade und Raumanordnung über Wandgestaltung, Wandbespannung, Türen, Fenster, Lampen und Teppichen bis hin zu Mobiliar, Porzellan, Silber und privaten Gebrauchsgegenständen. Darüber hinaus bezog der Belgier den großzügig angelegten Garten funktionell und gestalterisch in das Gesamtkonzept des Hauses ein.